Berlin, 07. August 2018
Sehr geehrter Herr Christian Lindner,
es freut uns, dass Sie sich in den aktuellen #MeTwo-Diskurs einbringen und die Benachteiligungen der Menschen mit türkischer Zuwanderungsgeschichte ansprechen. Es ist erfreulich, dass sich Vertreter der Mehrheitsgesellschaft konstruktiv gegen Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen stellen. Auch wir als Aufbruch Neukölln e. V. haben die Erfahrung gemacht, dass immer noch Menschen mit Migrationsgeschichte in fast allen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt werden.
Sie sprechen aber einen zweiten Aspekt an und sagen „In der türkeistämmigen Gemeinschaft gibt es eine Geringschätzung freiheitlicher Werte. Bemühungen, sich zu integrieren, werden vernachlässigt". 
Dieser Aussage widersprechen wir: in unserem Verein arbeiten wir täglich mit den Türkeistämmigen für ein wahres Miteinander statt nebeneinander, übereinander und gegeneinander. Es fällt uns auf, dass Ihre Erklärung die gesellschaftlichen Zustände sehr verallgemeinert. Auch wir als Verein Aufbruch Neukölln e. V. wollen uns wie Sie der Realität stellen und mit Ihnen ins Gespräch kommen.
Deshalb laden wir Sie herzlich dazu ein, an einer Sitzung der türkischen Väter- und Männergruppe in Neukölln teilzunehmen. Diese wird seit 2007 von einem anderen Erdoğan, einer der auf die gemeinsamen Werte sehr großen Wert legt, geleitet.
 
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Kazım Erdoğan
 
Vorsitzender des Vereins Aufbruch Neukölln e.V.