mds bez 2017 09 07 71 121931694Bild: BERLINER ZEITUNG / GERD ENGELSMANN

Kazim Erdogan erfand einst die türkische Männergruppe, jetzt erscheint ein Buch über ihn. Ein Gespräch über das Zusammenleben von Deutschen und Türken

von Julia Haak

Das deutsche Verhältnis zur Türkei ist angespannt. Der türkische Gesellschaftskonflikt schlägt sich auch bei den nach Deutschland eingewanderten Familien nieder dabei ist sowieso längst nicht alles geklärt zwischen Deutschen und Deutsch-Türken. Man könnte Kazim Erdogan als einen Experten für dieses Verhältnis bezeichnen. Die Autorin Sonja Hartwig hat jetzt ein Buch über ihn und seine Männergruppe geschrieben. Der Neuköllner Psychologe zeige uns, wie Zusammenleben funktioniert, sagt sie. Wie Deutsche und Türken in Neukölln und Deutschland besser zusammenleben können interessiert uns auch. Wir sprechen mit Kazim Erdogan in den Räumen seines Vereins "Aufbruch Neukölln" in der Uthmannstraße bei einer Tasse starkem türkischen Tee.

Herr Erdogan, Sie sind jetzt Rentner. Können Sie die Ruhe aushalten?

Ich bin nur auf dem Papier Rentner. Sonst eher im aktiven Unruhestand, weil ich jetzt noch mehr Projekte habe als früher beim Bezirksamt Neukölln.

Sie haben Ihren Verein "Aufbruch Neukölln". Seit wann gibt es den?

Der Verein war schon da, als ich 2003 nach Neukölln kam, aber er war eine Karteileiche. Ich habe damals gesehen, dass wir ein Entwicklungsbezirk sind und noch dazu unter Wert verkauft, weil wir Deutsche immer davon ausgehen, was nicht klappt. Was wunderbar geht, spielt keine große Rolle. Aber dieser Bezirk hat so viele Pluspunkte.

Welche denn?

Na, Neukölln ist ...

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